Mit Open Source siegt die Vernunft

Gerald Pfeifer sieht die Sache ganz pragmatisch: „Die Kunden brauchen Software, die funktioniert“, sagt der Österreicher, der bei der Nürnberger Software-Firma Suse die Bereiche Produkte und Services leitet. „Wenn’s nicht tut oder zu langsam arbeitet, ist es keine Option.“ Es, das ist Software, die man auch in Fachkreisen noch vor einigen Jahren vielfach belächelt hat. Oder, wie der Windows-Hersteller Microsoft, mit Krebs verglichen und bekämpft hat, wo es nur ging: Open-Source-Software, auch freie Software genannt.

Software also, deren Quellcode jedermann zur Verfügung steht, die jeder verändern darf. Man übertreibt kaum, wenn man feststellt: Diese Software regiert inzwischen die Welt. Und ja, sie ist eine Option, eine Option, die immer häufiger gezogen wird.

„Open-Source-Software ist in vielen Bereichen zum Standard geworden“, sagt Peter Ganten, Chef der Bremer Open-Source-Softwarefirma Univention und Chef der Open Source Business Alliance. „Google, Facebook, Amazon – sie alle basieren auf Open-Source-Software“, sagt Ganten, „auch Android“, also Googles Betriebssystem, das die weitaus meisten Smartphones antreibt sowie viele andere Geräte.

Weiterlesen…

Quelle: Die Süddeutsche Zeitung

Weichzielscheibenkleister

Was bin ich, wenn sich das Da-Sein unzähliger menschlicher Individuen auf den Begriff "Weichziele" reduziert?

View Results

Loading ... Loading ...

Große Koalition –
von Lämmern und Schlächtern

Der Rubel rollt. Egal mit welchem Feinstaub-Ausstoß. Wir halten unseren Rekord im Waffenexport. Schattenbanken hatten noch nie so ein schönes Dasein. Die reiche Oberschicht bekommt weiterhin den verdienten Schampus zur jahrzehntelangen Feier des gewonnenen Siegs. Abfall ist nicht unser Problem – wie wir auch sonst alles Böse exportieren, um mit dem deutschen Zeigefinger wedeln zu können. Die Rente ist sicher – recht klein. Bei immer mehr Menschen gibt es immer mehr Einsamkeit. Krankenversicherungen bauen die schönsten und größten Gebäude. Das Grundgesetz existiert dröge vor sich hin, der Schutz durch die drei Säulen ist gründlich dran vorbei abgeschmiert worden. „Der Wohlstand wächst“ bedeutet, es wird mehr und mehr eingekauft und verkauft. Die wachsende Wirtschaftsmacht Weniger ist Gott, Eltern, Tradition, einziges Argument, duldet keinen Widerspruch, kein Denken, hält warm und macht glücklich. Die Börse kontrolliert das Leben, schon längst von menschlicher Steuerung gelöst.

Das Leben ist schön!
Je älter ich werde, desto leichter lässt sich sehen, dass nur Dummheit hässlich macht. You cannot reach me now…

Fussball Gott

Schiedsrichter-Video-Assistenten. Klar. Das ist eine Verbesserung zum Schiedsrichter und seinen Assistenten an den Linien.

Und sobald die Robotik weit genug ist, brauchen wir auch die überbezahlten Weltfussballspieler nicht mehr. Da sind die unermüdlichen IoTen eine Verbesserung zu den Spielern.

Sehr gut.

Aufklärung und die
industriellen Revolutionen

Unbedingt sehenswert:
Beschreibung: Das Microsoft-Dilemma – Europa als Software-Kolonie
Anschauen: Link zum Video

Schon Kant sagte…

Es ist erstaunlich, wie wenig Politiker wie der Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter, auf Fachleute hören. Sie können eben alles besser: also, Schildbürger Dieter, regedit auf, wenn die GPOs wie üblich klemmen – und los geht’s! (siehe auch: tz – 20.02.2018)
A propos „regedit“: „PuTTY“ steckt bei MS auch in „InputTypes“, „OutputTypes“…

Quo vadis?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit außer dem, daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar liebgewonnen und ist vorderhand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

Daß aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher möglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läßt, beinahe unausbleiblich. Denn da werden sich immer einige Selbstdenkende, sogar unter den eingesetzten Vormündern des großen Haufens, finden, welche, nachdem sie das Joch der Unmündigkeit selbst abgeworfen haben, den Geist einer vernünftigen Schätzung des eigenen Werts und des Berufs jedes Menschen, selbst zu denken, um sich verbreiten werden. Besonders ist hierbei: daß das Publikum, welches zuvor von ihnen unter diese Joch gebracht worden, sie hernach selbst zwingt, darunter zu bleiben, wenn es von einigen seiner Vormünder, die selbst aller Aufklärung unfähig sind, dazu aufgewiegelt worden; so schädlich ist es, Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die, oder deren Vorgänger, ihre Urheber gewesen sind. Daher kann ein Publikum nur langsam zur Aufklärung gelangen. Durch eine Revolution wird vielleicht wohl ein Abfall von persönlichem Despotism und gewinnsüchtiger oder herrschsüchtiger Bedrückung, aber niemals wahre Reform der Denkungsart zustande kommen; sondern neue Vorurteile werden, ebensowohl als die alten, zum Leitbande des gedankenlosen großen Haufens dienen.

Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen. Nun höre ich aber von allen Seiten rufen: räsoniert nicht! Der Offizier sagt: räsoniert nicht, sondern exerziert! Der Finanzrat: räsoniert nicht, sondern bezahlt! Der Geistliche: räsoniert nicht, sondern glaubt! (Nur ein einziger Herr in der Welt sagt: räsoniert, soviel ihr wollt und worüber ihr wollt; aber gehorcht!) Hier ist überall Einschränkung der Freiheit. Welche Einschränkung aber ist der Aufklärung hinderlich? welche nicht, sondern ihr wohl gar beförderlich?

[Zitat aus: „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ von Immanuel Kant in: Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784]